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Agenda:

Die Methode Paulo Francis.
 

Bernardo Kucinski (São Paulo)

Die Methode Paulo Francis (1)

Vielleicht existiert Brasilien schon gar nicht mehr, und wir haben es nur noch nicht bemerkt (Francis 1998).

(versão em português)

Das Simulacrum

Als Paulo Francis am 4. Februar 1997 starb, war er der bestbezahlte Journalist dieses Landes, von dem er argwöhnte, es habe zu existieren aufgehört? (2) Er pendelte im Überschallflugzeug zwischen New York und Paris und besuchte nur die Restaurants der Oberen Zehntausend. Sein Honorar wurde von anderen Star-Journalisten neidisch beäugt, einer Elite von Journalisten, die in den neunziger Jahren die wichtigsten Positionen in den Medien innehatten und zu denen auch Paulo Francis gehörte. Sein Stil jedoch war weitaus aggressiver als der seiner Kollegen. Überdies erlaubte er sich Sprachfehler im Portugiesischen, verwechselte Daten und Namen, beleidigte Personen aufs niederträchtigste, sowohl in Zeitungsartikeln wie im Fernsehen. Und nie bot er einen ‘Knüller’, eine Information aus erster Hand. Wie war es möglich, daß Paulo Francis der bestbezahlte von allen brasilianischen Journalisten wurde? Wie erklärt sich sein riesiger Erfolg beim Publikum? Was sahen die Leser in diesem Spötter und Aufschneider, der die elementarsten Regeln des Anstands mißachtete? Warum räumten angesehene Zeitungen ihm über zwei Jahrzehnte lang eine ganze Seite ein?

Der spöttische Stil gehört seit den Zeiten der gewagten Pamphlete zu Beginn des Kaiserreiches zur Tradition des brasilianischen Journalismus. In einer Gesellschaft, die den Staat als Feind ansieht, ist dies der geeignete Stil, um die Regierung anzugreifen. In einer Kultur, die keine Abweichung duldet, taugt er dazu, den «anderen» anzugreifen, vom dem man selbst abweicht. Es genügt, den Gegner als grotesk darzustellen, und man braucht den Wert seines Standpunktes nicht mehr zu diskutieren. Daher eignet sich dieser Stil auch zur Manipulation der öffentlichen Meinung. Er erlaubt es, politische Anführer oder Führungsgruppen herabzuwürdigen und herabzuziehen, ohne sich mit ihren Ideen auseinandersetzen zu müssen. Der Spott braucht keine Informationen und schon gar keine Gründlichkeit, was vielleicht mit einer gewissen Leichtfertigkeit zu tun hat, einem anderen Grundzug unserer Kultur. Dies alles könnte erklären, warum Paulo Francis so uneingeschränkt akzeptiert wurde.

Verleumdung ist in unserer Presse ebenfalls üblich. Stets taucht sie in düsteren Zeiten mit besonderem Nachdruck auf, wie etwa im Krieg von Canudos, als die ausgehungerten Anhänger Antônio Conselheiro als «verdammte Plünderer» oder «Monster» bezeichnet wurden (Galvão 1977). Oder fast ein Jahrhundert später beim Massaker von Leme, (3) als die Presse mehrere Abgeordnete der Arbeiterpartei (PT) eines Verbrechens bezichtigte, das die Militärpolizei begangen hatte. Die verleumderische Haltung unserer Presse hat sich so eingebürgert, daß sie Immunität vor dem Gesetz genießt, ein weiteres Element im Straflosigkeitskatalog der brasilianischen Eliten.

Das Paulo Francis eingeräumte Format der «ganzen Seite» war keine Neuigkeit. Verschiedene aktuelle Themen in einem ganzseitigen Beitrag zu vermischen, war schon die Erfolgsformel der sechziger Jahre gewesen: Millôr Fernandes’ Pif-Paf in O Cruzeiro, dann Stanislaw Ponte Pretas Febeapá und sogar Nelson Rodrigues’ A vida como ela é, in der neben Sarkasmus auch schon die Absicht zur Diffamierung zu spüren war (gegen «die Demonstrationspriester» oder gegen die «Salonlinke»). Paulo Francis erlebte diese Schöpfungen aus der Nähe. Aber er hatte weder den humoristischen Ton eines Millôr Fernandes noch das stilistische Talent eines Nelson Rodrigues. Der Stil eines Paulo Francis, der schockieren und amüsieren, doch nicht informieren oder analysieren wollte, wurde im brasilianischen Journalismus der achtziger und neunziger Jahre vorherrschend, vielleicht Ausdruck jenes allgemeineren postmodernistischen Phänomens, das die Sozialwissenschaftler «Simulacrum» nennen.

 

Die Methode

Paulo Francis hat sich weder als Reporter noch als Koordinator und Chefredakteur (dies sind die beiden Möglichkeiten, es im Journalismus zu etwas zu bringen) einen Namen gemacht. Trotz zweier Versuche wurde er auch kein guter Schriftsteller.

Er feierte seine Erfolge in den achtziger und neunziger Jahren, als der klassische Journalismus im Niedergang begriffen, das rationale Argument verbraucht und die Leser gelangweilt waren, indem er den spöttischen Stil überarbeitete, mit neuen Elementen versetzte und vor allem sein Anwendungsgebiet erweiterte. Glaubwürdigkeit wog in diesem Journalismus des fin de siècle am geringsten, vielmehr sollte er unterhalten, polemisieren, schockieren.

Grundlegende Taktik der sogenannten «Paulo-Francis-Methode» war es, angesehene, eigentlich unangreifbare Persönlichkeiten anzugreifen. Damit sorgte er für Verblüffung unter den Lesern, die sich in Gesprächen fortsetzte und so Francis selbst zum zwingenden Thema und Bezugspunkt in den Kreisen der Intellektuellen und Journalisten machte. Sein oberstes Ziel war es also, sich selbst zum Gesprächsgegenstand zu erheben.

«Hast du gelesen, was Paulo Francis über Antonio Candido geschrieben hat?» «Hast du gelesen, was Francis über Lula gesagt hat?» In den Gesprächsrunden gegen Ende der achtziger Jahre waren solche Fragen üblich. Zu dieser Zeit wurde Paulo Francis zum meistgelesenen und meistkommentierten Journalisten der Folha de S. Paulo. Im Laufe dieser Entwicklung verfeinerte er seinen schon damals umgangssprachlichen Stil noch weiter. Er erfand einen Journalismus, der mit dem Leser kommunizierte und sich mit derselben Effizienz und Natürlichkeit wie Intrigen in einer Kleinstadt ausbreitete. In diesem Stil wirkten seine Syntax- und Konkordanzfehler ganz natürlich.

Obwohl viele es versuchten, gelang es niemand, es ihm gleich zu tun, denn niemand wagte es, die Skrupellosigkeit in der Kunst der Beleidigung, der Diffamierung und der Verhöhnung so auf die Spitze zu treiben wie er. Paulo Francis wurde zur Ikone des Verleumdungs-Journalismus der neunziger Jahre. Einige seiner Beleidigungen sind so haarsträubend, daß sie nicht wiedergegeben werden können, weder in Anführungszeichen noch mit anderen warnenden Beifügungen, nicht einmal in der Schmuddel-presse.

 

Die Anfänge

Die «Paulo-Francis-Methode» geht auf den Anfang seiner journalistischen Karriere zurück, als er in den Jahren 1956-1957 Theaterkritiker wurde, zunächst in der Revista da Semana, dann im Diário Carioca, in der Última Hora und im Pasquim. Schon zu Beginn hob sich sein Stil wegen seiner Grausamkeit, der Neigung zur Beleidigung und der ungezogenen Sprache ab. Seine Texte waren bösartig, giftig und griffen fortwährend und erbarmungslos an. Über den Theaterautor Guilherme Figueiredo urteilte er, er sei «nicht mehr als ein Sozialkolumnist». Schon damals schrieb er in kurzen, aggressiven Sätzen. Über die Theaterschauspielerin Tônia Carreiro sagte er, sie sei «eine kleine Schauspielerin, wie Tausend andere [...] eine von Adolfo Celi geführte Marionette».

Berühmt wurde eine lange Schmähschrift gegen Tônia Carreiro, die er zu Anfang seiner Karriere als Theaterkritiker schrieb und worin er zu verstehen gab, die Schauspielerin habe für pornographische Zeitschriften posiert; auch wies er mehrmals auf die Zeichen der Alterung ihres Körpers hin. Dies war ein so gemeiner Angriff, daß Adolfo Celi ihn in aller Öffentlichkeit ohrfeigte. Paulo Francis glaubte, daß jegliches Kulturschaffen, die Theaterkritik inbegriffen, ein «Akt der Feindseligkeit» (4) sein müsse.

Es gibt Texte von Paulo Francis, in denen sich auf nur einer Seite zwanzig Attacken gegen die verschiedensten Persönlichkeiten Ideen finden. In allen seinen Texten, gleich welche man herausgreift, finden sich Ausfälle gegen Institutionen, Personen, Denkrichtungen, Autoren. Der Angriff war ein konstitutives Element der Francisschen Denkstruktur. Er konnte nicht denken, außer in der Form des Angriffs.

Viele dieser Angriffe lassen sich als zwanghafte Notwendigkeit erklären, Urteile über andere zu fällen. Francis füllte seine Texte mit endgültigen Werturteilen oder Beiwörtern, auch wenn sie nichts mit dem behandelten Thema zu tun hatten. Dies kann die Verteidigungsstrategie eines Mannes gewesen sein, der im Grunde äußerst verletzlich war. Zudem verspürte Francis die Notwendigkeit, fortwährend berühmte Persönlichkeiten zu zitieren, mit denen er gerade gesprochen oder zu Abend gegessen hatte, oder die er sonst irgendwie kannte, sowie seine Bildung zu beweisen, indem er historische Fakten, Theorien, Bücher und Autoren anführte.

Das ständige Zitieren bewies, daß er über ein bewundernswertes Erinnerungsvermögen verfügte; dennoch war er nicht gegen Ungenauigkeiten oder gegen die Verwechslung von Namen und Daten gefeit. Dieses Detail ist für eine Definition der «Paulo-Francis-Methode» bedeutsam, denn er verzichtete darauf, sorgfältig zu recherchieren und Fakten zu überprüfen.

Es handelt sich hier um einen mit Zuschreibungen um sich werfenden, ideologischen Journalismus. Wegen seiner exzessiven Verallgemeinerungen und seiner fehlenden Geduld zum angemessenen Ordnen der Gedanken und Fakten nach ihrer Wichtigkeit verfängt er sich oft in Vorurteilen.

 

Die Methode macht Schule

Wie erklärt es sich, daß derart antijournalistischen Texten von so niedrigem stilistischen und ethischen Niveau so breiter Raum in den angesehensten Zeitungen eingeräumt wurde, wie etwa in der Folha de S. Paulo und dem Estado de S. Paulo? Paulo Francis’ Kolumnen in der Folha de S. Paulo (von 1976 bis 1990) und dann im Estado de S. Paulo (von 1990 bis 1997) beanspruchten jeweils bis zu einer Seite.

Jede Zeit hat ‑ entsprechend den Vorlieben der jeweiligen Eigner und Führungskräfte der betreffenden Medien ‑ ihre bevorzugte journalistische Methode. Der ideologisierte und mit Beiworten um sich werfende Journalismus, der auf die Reportage verzichtet und sie sogar meidet, bietet sich in Zeiten einer zugespitzten politischen Krise an, wenn es gilt, Oppositionen abzuqualifizieren, ideologische Kriege zu führen und gleichzeitig die Krise hinwegzuzaubern. Für die von dem Lei de Gerson, dem Gesetz der Jagd nach dem eigenen Vorteil, regierte Gesellschaft war die Herabsetzung der Opposition durch Spott und Beleidigung nur allzu natürlich.

Der Journalist Paulo Francis erkannte die Zeichen der Zeit und nutzte sie zu seinem Vorteil, insbesondere zwischen 1990 und 1997, als die Kandidatur Lulas zweimal die herrschende Machtverteilung in Brasilien bedrohte. In der volksfeindlichsten Zeitung Brasiliens, dem Estado de São Paulo, der dafür sehr geeignet war, widmete sich Paulo Francis wütend dem Heruntermachen der Opposition.

Paulo Francis wählte die Opfer seiner Schmähungen mit Methode und bedachte sie mit den widerlichsten Attributen. Es handelte sich immer um Führer von Volksbewegungen, der Linken und hier besonders um die Arbeiterpartei Partido dos Trabalhadores (PT) sowie um Schriftsteller und Menschen aus dem akademischen Milieu. Er beschimpfte sie ohne Umschweife und nannte ihre Namen. Oftmals verleumdete er auch ‑ allerdings nicht immer unter Namensnennung ‑ Politiker des konservativen Lagers, Industrielle und ausländische Politiker. Irgendeinen lateinamerikanischen Diktator verglich er zum Beispiel mit den «zurückgebliebenen Lokalpotentaten des Nordostens».

 

Beschimpfungen der akademischen Kreise

Wenn Angriffe auf Universitätslehrer in gewissen Kreisen des brasilianischen Journalismus und der Intelligentsia durchaus üblich sind, so sie passen eigentlich nicht ganz u Paulo Francis, da seine eigene Beziehung zur Welt im wesentlichen intellektueller und nicht journalistischer Art war. Doch er behauptete stets, alles Akademische erfülle ihn mit Langeweile und Ekel (Francis 1985). Dabei griff er nur brasilianische Intellektuelle und Akademiker an, Ausländer zitierte er gern, kommentierte sie gelegentlich auch leicht ironisch, aber nie feindselig. Die Brasilianer beschimpfte er, wo immer er konnte, selbst seine intellektuellen Freunde. Über den Soziologen Hélio Jaguaribe sagte er: «[...] er erinnert mich an einen räudigen Hund oder einen hinkenden Gaul, der darum fleht, von seinen Leiden befreit zu werden».

Voller Mißmut betrachtete Francis alles Akademische, Routinierte und allgemein Anerkannte. Auch grollte er der Literaturkritik und Literaturwissenschaft, die seine beiden Romane Cabeça de papel und Cabeça de negro abgelehnt hatte. Ganz abgesehen davon, daß sie schlecht geschrieben sind, gelang es ihm darin nicht, die gewöhnliche Sphäre journalistischen Erzählens zu verlassen und sich zur imaginären Welt der literarischen Erzählung zu erheben. Figuren und Handlung überzeugen nicht. Das Ganze ist in demselben achtlosen Stil wie seine journalistischen Texte zusammengeschustert. Wären sie gut geschrieben, würden sie vage an die Fiktion Henry Millers erinnern, der ihn wohl inspirierte.

Paulo Francis beschimpfte die Literaturwissenschaftler, insbesondere Antonio Candido, den er den «roten Baron der Literaturkritik» nannte. Er schmähte auch Schriftsteller und Künstler, die von der Kritik gut aufgenommen worden waren. Den Regisseur des Films Bye-Bye Brasil zum Beispiel, Cacá Diegues, der auf so hervorragende Weise den verlorenen Zauber des Vaterlandes wiedergibt, das Gefühl, daß «es mit Brasilien vorbei sei», nennt er mit einem skatologischen Wortspiel «Cocô Diegues».

 

Ausfälle gegen die Linke

Paulo Francis’ Schmähungen gegen die Führung der brasilianischen Linken garantierten ihm einen bevorzugten Raum in der etablierten brasilianischen Presse. Als Journalist, der sich in den Oppositionsblättern und der alternativen Presse einen Namen gemacht hatte, besaß er nun den Mut zu sagen, daß die Politikerin «Luíza Erundina eine dumme Gans» sei, Lula «ein Ignorant» und Eduardo Suplicy «ein irrer und [...] schamloser Kerl». Im Estado de São Paulo vom 2. Juni 1991 schreibt er: «Lula und [...] ein anderer Tropf, Menegueli, Meneghetti oder Meningitis, sollten den Massen Bewußtsein vermitteln [...], aber wenn die beiden an einem Regentag ausrutschen und auf den Boden fallen, erheben sie sich nur noch mit Hilfe eines Krans». Über den schwarzen Gewerkschaftsführer Vicentinho sagte er, «man müßte ihn auspeitschen», wobei er einen Ausdruck benutzt, den man im 19. Jahrhundert für die Züchtigung von Sklaven verwandte. Fernando Jorge hat diese zahlreichen Ausfälle in einem vierhundertseitigen Buch zusammengetragen und dokumentiert (Jorge 1996).

Paulo Francis’ Giftigkeit gegenüber der Linken benutzte er auch, um mit seinen früheren Überzeugungen abzurechnen: Er griff sie schonungslos an. Zumindest bis 1980, als er seinen Memoirenband O afeto que se encerra veröffentlichte, hatte er sich selbst als Trotzkisten bezeichnet. Dabei handelte es sich um einen nicht-militanten, streng intellektuellen Trotzkismus, mit dem er erstmals während eines Theaterstudiums bei dem Nordamerikaner Eric Bentley in Kontakt kam, als er sich 1954 bis 1957 für drei Jahre in den Vereinigten Staaten aufhielt, um ‑ mitten in der McCarthy-Ära ‑ Marxismus zu studieren. Später hatte er in Rio de Janeiro Umgang mit einigen hervorragenden Trotzkisten, wie zum Beispiel Edmundo Moniz und Mário Pedroso.

Wie aus der Zweideutigkeit des Verses der Fahnen-Hymne ersichtlich, stellt das Buch O afeto que se encerra eine Art Abschied des Fünfzigjährigen von Brasilien dar: die eingeschlossene bzw. abgeschlossene Zuneigung. (5) Hier erging er sich noch in Lobgesängen auf Marx, auf den er anspielte, um die Schriftsteller Otto Lara Resende, Dalton Trevisan und Rubem Fonseca als geistig behindert zu verunglimpfen, weil ihnen «der Kopf [fehle], der die Erfahrung leitet und in Kunst verwandelt», und diesen Kopf könne nur der Marxismus schaffen. In diese Kritik schließt er auch Joäo Guimaräes Rosa ein. Alle diese Autoren beschrieben seiner Ansicht nach auf «manchmal brillante» Weise die Unbilden der Natur und des menschlichen Verhaltens, doch fehle ihnen der Blick für die Zusammenhänge, den der Marxismus vermittele. Erst in Trinta anos esta noite ‑ 1964 ‑ o que vi e vivi verkündet Paulo Francis 1994 seine Bekehrung zum Liberalismus: «heute bin ich überzeugt, daß die liberale Gesellschaft die einzig ist, die man verdauen kann» (Francis 1994: 65).

Für die Eigner der großen Blätter und Sender war Paulo Francis das ideale Instrument zur Demoralisierung der Linken, ohne daß man deren Ideen zu diskutieren brauchte. Es reichte, ihre Anführer durch Beleidigungen abzukanzeln. Und dafür eignet sich niemand so sehr wie ein ehemaliger Linksintellektueller. Der Filmregisseur und Journalist Arnaldo Jabor, der der gleichen Generation und demselben Umfeld entstammt, spielte diese Rolle ebenfalls. Auch er versuchte, seine ideologische Krise mit Angriffen gegen seine früheren Anschauungen zu bewältigen, indem er diejenigen niedermachte, die diesen Anschauungen treu geblieben waren, insbesondere die Arbeiterpartei (PT).

Beide bezogen sich in ihren Artikeln oftmals auf Texte und Ideen von Marx, um zu zeigen, daß sie sehr wohl die Autorität besaßen, die Linke abzukanzeln, oder als ob sie mit Marx selbst noch ein ungelöstes persenliches Problem zu verhandeln hätten.

Es gibt noch mehr Parallelen. Die Medien räumten Jabor sofort ein Betätigungsfeld ein, als er begann, die Arbeiterpartei (PT) und die Linke insgesamt zu diffamieren. Mit dem Wechsel Paulo Francis’ von der Folha de São Paulo zum Estado de São Paulo wurde Jabor zu seinem natürlichen Nachfolger bei der Folha. Dies verstärkte sich noch nach dem Tod von Paulo Francis. Auch Jabor erfand Dinge, wenn er nicht über Fakten verfügte. (6) Auch er verließ Brasilien und zog nach New York. Auch er glaubte, er sei Kosmopolit. Allerdings hatte er Francis das literarische Talent und die Beherrschung der Muttersprache voraus. Nie hat er sich erlaubt, nachlässig zu schreiben.

 

Das Genie hebt ab

Paulo Francis kann der Kategorie der «verhinderten Genies» zugeordnet werden. Sein Arbeitseifer war außergewöhnlich, sein Erinnerungsvermögen unglaublich, seine zynischen oder kritischen Tiraden waren oftmals genial und seine analytische Unabhängigkeit vollständig. Er dachte sehr klar. Und er hatte seine prägenden Jahre zur rechten Zeit am rechten Ort erlebt: im Rio de Janeiro der demokratischen Phase, die sich vom Ende des Estado Novo 1945 bis zum Putsch von 1964 erstreckte. An einer Straßenecke stolperte er über den Karikaturisten Jaguar, an der nächsten über Jorge Amado, ging mit dem Komiker Millôr Fernandes oder dem Verleger Ênio Silveira einen Mokka trinken, erhielt von Mário Pedrosa Unterweisung im Trotzkismus, machte Theater mit Oscar Niemeyer als Bühnenbildner und wurde schon als junger Mann Redaktionsassistent bei der besten brasilianischen Zeitschrift, Senhor, die von Luiz Lobo und Newton Rodrigues geleitet wurde und in der die besten Journalisten und Schriftsteller der Zeit schrieben (Francis 1994).

Doch aus irgendeinem Grund, der wohl in seinem Charakter zu suchen ist, verhalfen ihm seine ganze Bildung und Radikalität nicht dazu, tief schürfende Gedanken zu entwickeln, schon gar nicht auf dem Gebiet der Kunst. Nach dem Urteil von George Moura, der Francis’ Werk als Theaterkritiker untersucht hat, war er ein «gut gebildeter Journalist [...] und nie ein wirklicher Theoretiker». Er ließ sich ‑ bei aller analytischen Klarheit ‑ von einer Art zweifelhaften gesunden Menschenverstands leiten, der in effektvollen Sätzen zum Ausdruck kam, von denen viele bei anderen Autoren stibitzt und in den Speichern seines ausgezeichneten Gedächtnisses gespeichert geworden waren.

Neben Francis und Jabor gehörten in diese Gruppe verhinderter Genies der sechziger Jahre auch der Filmregisseur Glauber Rocha und der linke Liedermacher Geraldo Vandre. Trotz manch bedeutsamer Unterschiede ist die Ähnlichkeit ihrer Lebenswege verblüffend. Alle vier verließen Brasilien in den siebziger Jahren, und alle erlebten eine intellektuelle Verpflanzung, einen Orientierungsverlust, der sie in unterschiedlichem Maße verstörte. Wie allgemein bekannt, lehnte Vandr6 seine Vergangenheit ab und zeigte schizophrene Symptome; auch Glauber verhielt sich merkwürdig, als er eines Tages eine Lobeshymne auf die Generäle anstimmte, insbesondere auf Golbery do Couto e Silva. Diese Phase ist sehr wichtig: Viele andere entschieden sich für das freiwillige Exil, wie etwa Ivan Lessa, ein Freund und Kamerad von Paulo Francis, der für immer nach London zog, oder auch Arthur Jos6 Poerner, der nach Deutschland ging.

Für diese Beinahe-Genies war Brasilien ein unzulängliches, verfluchtes Vaterland, das ihre Entwicklung behinderte. Ihr Vaterland war nicht nur arm, sondern hatte sie 1964 überdies verraten, indem es ihre Jugendideale und mehrere ihrer Freunde tötete. Es war ein Ort, wo man nicht mehr leben konnte. An seinem fünfzigsten Geburtstag sagte Paulo Francis: «Ich fühle mich immer wie in einem persönlichen Exil, ich bin ein geborener Ausländer» (Francis 21980: 67). Später fügte er im Fernsehen hinzu: «Brasilien ist kein Land, sondern ein großes Zeltlager».

 

Paulo Francis’ Fluch war es, in Brasilien geboren zu sein

In Gesellschaften wie den Vereinigten Staaten oder Großbritannien gab es seines Erachtens viele Paulo Francis, mit denen er sich vergleichen, messen, wetteifern konnte. In Brasilien werden diese Genies einmalig, setzen sich vom Durchschnitt ab und beginnen vom Hochmut besessen zu werden, bis sie völlig abheben und sich selbst zerstören. Die zweifelhaften literarischen Zitate des Paulo Francis, seine sterile Gelehrtheit und seine wiederholte Plagiierung kurzer effektvoller Sätze wären innerhalb eines gehobeneren Journalismus wie des französischen oder britischen von Anfang an zurechtgestutzt und beseitigt worden.

 

Die besten Momente des Paulo Francis

Zwei Beiträge von Paulo Francis werden jedoch die Zeiten überdauern. Sein breites theaterkritisches Werk im Diário Carioca von 1957 bis 1962, das aus 1236 Artikeln besteht, und seine Beiträge für den Pasquim von 1968 bis 1972 während der Militärdiktatur. Seine Theaterkritiken und Übersetzungssammlungen sind heute ein wichtige Quelle für jeden, der über das brasilianische Theater arbeitet. Paulo Francis lehnte den nachsichtigen Tonfall der Theaterkritik bewußt ab, um von Anfang an sein Territorium abzustecken. Er ließ sich weder durch Korruption noch durch die sprichwörtliche troca de favores, den Austausch von Gefälligkeiten, anstecken, die damals in der Theaterkritik üblich waren. Dies erklärt vielleicht auch die Aggressivität, die seiner Sprache innewohnt.

Seine politischen Kommentare in der Zeitschrift O Pasquim hatten zur damaligen Zeit dieselbe Bedeutung wie die Zeitschrift selbst, die als alternatives Blatt die brasilianische Jugend stark beeinflußte, indem sie neue Sitten und eine kritische Sicht auf die Welt und die Diktatur vermittelte. Paulo Francis pflegte über internationale Themen zu schreiben, darunter auch über den Vietnam-Krieg. Einige seiner Chroniken über den Vietnam-Krieg sind geradezu kanonisiert worden. «Die Initiation Phan Ti Maos in die Demokratie», worin über die mit Vorbedacht ausgeführte Vergewaltigung einer jugendlichen Vietnamesin durch amerikanische Soldaten berichtet wird, ist sehr beeindruckend. «Das Massaker von Mi Lay» ist eine genaue Analyse des Mechanismus, der es möglich machte, daß dieses Massaker, indem es als Skandal angeprangert und als Verirrung dargestellt wurde, zur Verleckung hunderter anderer Massaker gleichen Ausmaßes benutzt werden konnte.

Paulo Francis wurde in jener Zeit, ebenso wie andere Autoren des Pasquim, fast zu einem Guru. Er hat viele junge Leute beeinflußt. Aus der Ferne betrachtet, scheint dies die Phase gewesen zu sein, in der die Hitze des Gefechtes, das alternative Abenteuer und der kameradschaftlich-kollektive Widerstand gegen die Diktatur und deren Vorzensur Paulo Francis als Journalisten und als Menschen wachsen ließen. Erst damals ist er zum «Menschen», (7) zum ethischen Wesen geworden. Sogar sein Stil verbesserte sich. Im Pasquim schrieb er mit größerer Strenge und verzichtete auf die Krücken der Beleidigung. Seine Texte waren damals besser durchgearbeitet und nüchterner als später.

 

Paulo Francis’ Rassismus

Als er das dritte Lebensalter erreichte, war Paulo Francis zum zwanghaften Rassisten geworden. Sein vorurteilsbeladener Blick könnte, folgt man seinem kleinen Memoirenbändchen, auf einer Reise quer durch Brasilien in den fünfziger Jahren seinen Anfang genommen haben. Damals war er noch ein junger Schauspieler am Teatro do Estudante unter der Leitung von Paschoal Carlos Magno. Diese Lebenserfahrung hat seine Jugend genauso geprägt wie der Putsch von 1964 sein Erwachsenwerden prägen und seine Sicht eines Brasiliens vermitteln sollte, mit dem er sich nicht identifizieren konnte. «Nie habe ich gedacht, daß es so etwas auf dieser Erde gibt. Die Unterernährung, das Elend, die Rückständigkeit, das nahezu totale Unbewußtsein darüber, was Wohlstand, was eine bürgerliche Gesellschaft ist, die Betäubung eines vom Klima verrohten Menschen ...» (Francis 1994: 104). Als Kind der Mittelschicht von Rio de Janeiro, das später im Schutz der Mauern einer Klosterschule erzogen wurde, erschrak er ... und fühlte Ekel. Er war dem Elend noch nie nahe gekommen, nicht einmal in den Vorstädten Rio de Janeiros, in Bangu oder Bonsucesso. «Die Welt der Mittelschicht in Rio war eine geschlossene Welt» (Francis 21980: 67).

Paulo Francis’ Rassismus galt mediterranen Völkern, Schwarzen, Armen aller Art und den Menschen im Nordosten. Er hatte in starkem Maße angelsächsische oder vielleicht calvinistische Werte verinnerlicht. Von den Portugiesen sagte er, sie seien «Meister des Müßiggangs und der Dummheit» (Jorge 1996: 85). «Eine Rasse, die, [...] wenn sie nicht in die Krematoriumsöfen gehört, dann sicher auf die Müllkippe» (Jorge 1996: 59). Als es darum ging, Japanern die Hand zu drückten, schrieb er: «Ich habe es zugelassen, doch mit leichtem Widerwillen» (Jorge 1996: 115). «Es ist sehr unwahrscheinlich, daß ein Sohn des Nordostens, einer der ärmsten Regionen des Landes, irgend etwas weiß, denn er lebt im 16. Jahrhundert» (Jorge 1996: 358). Im Juni 1994 beschrieb Francis den Senator Ronaldo Aragão als einen «Mulatten, so braun wie die bekannte Bohnensorte, (8) [...] der von einem richtigen Affen abzustammen scheint (das heißt, nicht von Lula)» (Jorge 1996: 106).

In der Beschreibung des Senators und der Erwähnung der Krematoriumsöfen vergröbert Paulo Francis seine Schmähkunst: Er schließt die eine Beschimpfung in eine andere ein. Da sie beliebig ist, macht dieser Rahmen die andere Schmähung noch verletzender. Das ist der Fall bei der Anspielung, daß gewisse Völker in Krematoriumsöfen gehörten. Lula wird nebenbei, en passant, als Affe bezeichnet. Diese Beispiele stammen hauptsächlich aus den neunziger Jahren und zeigen nicht nur einen kranken Paulo Francis, sondern ein krankes Land und eine Presse, der es an ethischen Maßstäben fehlt. Paulo Francis’ Beleidigungen hätten ‑ nicht zuletzt aufgrund des unerbittlichen Afonso-Arinos-Gesetzes gegen Rassendiskriminierung ‑ vor Gericht gehört. Die Tatsache, daß Paulo Francis nur wenige Male der Prozeß gemacht wurde, zeugt vom fehlenden Vertrauen des Brasilianers in die Justiz seines Landes, insbesondere, wenn es sich um Pressedelikte, um Beschimpfung, Verleumdung und Diffamierung handelt.

Seine Hochschätzung der westlichen Zivilisation veranlaßte Francis zu schreiben: «Die Entdeckung der Klarinette durch Mozart bedeutet einen größeren Beitrag als ganz Afrika uns bis heute gegeben hat». Dieser Satz faßt die «Paulo-Francis-Methode» zusammen. Zunächst wegen seiner sprachlichen Nachlässigkeit, denn er hätte schreiben müssen, «als alles, was Afrika uns bis heute gegeben hat». Dann wegen der eingeschränkten Sachkenntnis, denn trotz Mozarts unumstrittener Wertschätzung der Klarinette verachtete sie Haydn vor ihm auch nicht, und vor diesem hatte schon Rameau die Klarinette für seine Kompositionen verwandt. Drittens wegen seiner vorurteilsbeladenen Geringschätzung Afrikas, denn das Vorläuferinstrument der Klarinette stammt aus Ägypten, also aus Nordafrika. Schließlich wird seine Äußerung auch dem Stellenwert der Klarinette im Jazz nicht gerecht, wo sie in New Orleans von schwarzen Musikern gespielt wird.

 

Der Mensch Paulo Francis und seine Rolle

Paulo Francis erlitt im Laufe seines Lebens viele schwere Verluste. Mit vierzehn Jahren verlor er seine Mutter, die er abgöttisch liebte. Ein sinnloser Tod, dessen Ursache eine fehlende Geburtshilfe war, wegen der Nachlässigkeit des Vaters, wie Francis sagte. Seine Mutter war damals 37 Jahre alt. Seinen älteren Bruder Fred verlor er bei einem Flugzeugunglück. Wichtige Pläne zu seiner Lebensgestaltung scheiterten. Zunächst wollte er Schriftsteller werden, dann versuchte er sich als Theaterschauspieler, doch obgleich er 1952 einen Kritikerpreis als Nachwuchsentdeckung erhielt, fehlten ihm zum Weitermachen das nötige Talent und Durchhaltevermögen. Das Theater aber sollte immer seine große Leidenschaft bleiben. Nicht für das Theater geschrieben zu haben, war vielleicht seine größte Enttäuschung. Nach seiner Rückkehr vom Studium bei Eric Bentley versuchte er sich auch als Regisseur und brachte es auf insgesamt fünf Inszenierungen, ohne jedoch seine Position als Regisseur festigen zu können. Nach Aussagen von Bekannten wurde aus dem schüchternen jungen Mann ein einsamer, verletzlicher und unsicherer Mensch. Paulo Francis galt als höflich und wohlerzogen.

Als er gegen Ende seiner Karriere seine Seele bereits dem Neoliberalismus verkauft hatte, führte er die Konstruktion der Rolle Paulo Francis zur Vollendung. Als Fernsehmoderator wurde er zum erbarmungslosen Analytiker; mit geschlossenen Augen und schleppender Stimme, als sei er gedopt oder betrunken, ließ er im Staccato kurze, schneidende, zynische Sätze los. Die Figur war eine Karikatur seiner selbst. Er versteckte sich dahinter, um weiter anzugreifen und Erfolg zu haben. Endlich war er zu dem Schauspieler geworden, der er immer hatte sein wollen.

Paulo Francis starb als Opfer seiner Aggressionen, seiner eigenen Methode. Das sind die Fallen der Geschichte. Ende 1996 veröffentlichte Fernando Jorge ein Buch über Paulo Francis mit über 400 Seiten, auf denen seine Plagiate und Verleumdungen aufgelistet sind. Dieses Buch nahm ihn nach den Aussagen seiner Freunde sehr mit. (9) Wenig später wurde er von Direktoren der Petrobras vor einem New Yorker Gericht wegen Diffamierung verklagt; eine Niederlage in diesem Verfahren drohte ihn um sein gesamtes Vermögen zu bringen. Als Entschädigung für moralische Schäden sollte er 110 Millionen US-Dollar zahlen. Paulo Francis hatte die Petrobras beschuldigt, geheime Konten in der Schweiz mit über 50 Millionen US-Dollar zu unterhalten, eine Beschuldigung, die in der Sendung Manhattan Connection im brasilianischen Kabelkanal GNT

ausgestrahlt worden war.

Wegen fehlenden Vertrauens in die brasilianische Justiz wurde der Prozeß vor ein New Yorker Gericht gebracht. Die brasilianischen Richter lehnen Prozesse gegen Journalisten unter den verschiedensten Vorwänden meistens ab oder aber sie richten den Prozeß gegen den verantwortlichen Redakteur des journalistischen Unternehmens. So geschah es zum Beispiel im Prozeß Vicentinho gegen Francis, der vom Richter zu einem Prozeß gegen den Verantwortlichen im Sinne des Pressegesetzes des Estado de São Paulo, Júlio de Mesquita Neto, gemacht wurde.

Vor Gericht gestellt, mußte Francis amerikanische Anwälte beauftragen und sündhaft teuer bezahlen. Er begann sich vor plötzlicher Verarmung, vor Niederlage und Entwürdigung zu fürchten und starb als Opfer der Verleumdungen, die er selbst ausgestreut hatte.

 

Literaturverzeichnis

Dines, Alberto (1997): «Últimos dias foram marcados por desgastes», in: Correio Popular, Campinas, 5. Februar 1997, Caderno C, S. 1.

Francis, Paulo (21980): O afeto que se encerra, Rio de Janeiro: Editora Civilização Brasileira.

Francis, Paulo (1985): O Brasil no mundo, Rio de Janeiro: Zahar.

Francis, Paulo (1994): Trinta anos esta noite ‑ 1964 ‑ o que vi e vivi, São Paulo: Companhia das Letras.

Francis, Paulo (1998): «Soares’ List of Brazilian Quotations», , Zugriff vom 14. April 1998 (Webseiten 2 und 4).

Galvão, Walnice Nogueira (1977): No calor da hora, São Paulo: Ática.

Jorge, Fernando (1996): Vida e obra do plagiário Paulo Francis, São Paulo: Geração Editorial.

Moura, George (1988): «A critica teatral de Paulo Francis», Diss. São Paulo: Escola de Comunicações e Artes da Universidade de São Paulo (ECA/USPD).

Moura, George (1996): Paulo Francis: o soldado fanfarrão, Rio de Janeiro: Objetiva.

 


 

O método Paulo Francis. In: Brasil país do passado? Ligia Chiappini e/o (org.) , São Paulo Edusp/Boitempo ,2000; pgs 276-285. Na edição alemã: Die methode Paulo Francis. In: Brasilien, Land der Vergangenheit? Ligia Chappini /Berthoild Zilly (Hersg), Frankfurt am Main, TFM, 2000.pgs 291-301.

 


 

(1)  Aus dem Portugiesischen von Helga Dresse.

(2)  So äußerte sich Ivan Lessa im Januar 1997 in einem von mir geführten Interview in London.

(3)  Leme, hier nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stadtteil von Rio de Janeiro, ist eine Kleinstadt im Bundesland Silo Paulo, wo die Polizei am 7. Juli 1986 einen Landarbeiterstreik mit brutaler Gewalt niederschlug. Dabei tötete sie zwei Menschen und verletzte zahlreiche weitere Demonstranten, auch mehrere Abgeordnete des PT, die sich mit den Streikenden solidarisiert hatten. Die Polizei leugnete diese Verbrechen und versuchte, teilweise mit Unterstützung der Presse, sie den anwesenden PT-Politikern anzulasten.

(4)  Zeitschrift Senhor, Mai 1961, S. 24. Zu seinen Theaterkritiken siehe die Dissertation von George Moura an der Escola de Comunicações e Artes da Universidade de Säo Paulo, woraus auch einige der Zitate dieses Beitrags stammen.

(5)  Siehe Anmerkung 6 des Artikels von Isabel Lustosa im vorliegenden Band.

(6)  Arnaldo Jabor hat es sogar fertiggebracht, sich selbst zu plagiieren: Am 21. April 1998 veröffentlichte er in der Folha de São Paulo einen Artikel in nur leicht veränderter Form, den er bereits am 23. Januar 1996 veröffentlicht hatte.

(7)  Im Original auf deutsch.

(8) «Feijäo mulatinho» ist eine braune Bohnenart.

(9)  Dines (1997).


 
     
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